Filmfotografie ist die Fotografie des letzten Jahrhundert. Wer schon im letzten Jahrhundert fotografiert hat, kann sich noch gut an die Filmrollen, Rollfilme oder Filmplatten erinnern. Ob selber entwickelt oder das Warten auf die ersten Resultate hat vom Fotografen sicherlich mehr gefordert, als dies heute der Fall ist. Wenn es schnell gehen musste, dann musste jede Bild sitzen. Massenknipserei gab es nicht. Wie oft war ich selber an einem Sportanlass mit 2-3 Filmen, also knapp 100 Bilder. Eines musste passen für die Medien. Heute werden tausende Bilder geschossen und live übermittelt – nicht erst 2 Stunden nachdem der Auslöser gedrückt wurde.

1. Geschichte von Kodak

  • 1888 – Gruendung
    George Eastman gruendete die Eastman Kodak Company in Rochester, New York.
    Mit dem Slogan „You press the button, we do the rest“ brachte Kodak die Fotografie erstmals einer breiten Oeffentlichkeit nahe.
  • 1888 – Erster Kodak-Kastenapparat
    Eine einfache Boxkamera mit 100 Aufnahmen auf Rollfilm. Nach Gebrauch wurde die Kamera an Kodak geschickt, wo der Film entwickelt und die Kamera neu geladen wurde.
  • 1895 – Taschen-Kodak
    Kompakte Kamera fuer den Alltag, ein weiterer Schritt zur Demokratisierung der Fotografie.
  • 1935 – Kodachrome
    Der erste kommerziell erfolgreiche Farb-Diafilm, revolutionierte die Farbfotografie.
  • 1963 – Instamatic-Kameras
    Einfache Kassettensysteme fuer Hobbyfotografen, die Millionenstueckzahlen erreichten.
  • 1975 – Erste Digitalkamera-Prototyp
    Kodak-Ingenieur Steven Sasson entwickelte die erste funktionierende Digitalkamera – Kodak vermarktete sie jedoch nicht sofort, was spaeter zu Marktanteilsverlusten fuehrte.
  • 1980er–1990er
    Kodak dominierte weiterhin den Film- und Fotochemie-Markt weltweit.
  • 2000er – Digitale Umwaelzung
    Kodak verlor den Anschluss an die Digitalfotografie, obwohl die Technik intern frueh entwickelt wurde.
  • 2012 – Insolvenzverfahren
    Rueckzug aus dem Massen-Fotofilmgeschaeft, Konzentration auf Druckloesungen und Spezialmaterialien.

2. Herausragende Filmprodukte von Kodak

Schwarzweiss-Filme

  • Kodak Tri-X 400 (1954 eingefuehrt)
    Legendärer Reportage- und Street-Fotografie-Film. Bekannt fuer seine Koernigkeit und hohen Kontrast. Einer der meistgenutzten Schwarzweiss-Filme des 20. Jahrhunderts.
  • Kodak T-MAX Serie (ab 1986)
    Feinkoerniger, moderner Schwarzweiss-Film mit T-Korn-Emulsion, beliebt fuer grosse Abzuege.

Farbnegativfilme

  • Kodak Portra Serie (Portra 160, 400, 800)
    Farbfilm mit sanften, natuerlichen Hauttoenen, bevorzugt in Portraetfotografie.
  • Kodak Gold 200
    Guenstiger Alltagsfilm mit warmem Farbstil, weit verbreitet bei Hobbyfotografen.
  • Kodak Ektar 100
    Sehr feinkoerniger Farbfilm mit gesaettigten Farben, beliebt fuer Landschafts- und Produktfotografie.

Dia- und Umkehrfilme

  • Kodachrome (1935–2009)
    Hohe Farbstabilitaet, unverwechselbarer Look, erlangte Kultstatus durch National Geographic und viele ikonische Reportagen.
  • Ektachrome
    Leuchtende, realistische Farben; nach Einstellung 2012 wurde er 2018 in modernisierter Form wieder eingefuehrt.

Kinofilme

  • Kodak Vision3 Serie
    Hochleistungs-Kinofilm (35mm, 65mm) mit grossem Dynamikumfang, eingesetzt in Filmen wie La La Land und Dunkirk. Kodak ist bis heute Hauptlieferant fuer analogen Kinofilm.