Nach dem Test gleich selber angeschafft für Konzertefotografie: Viltrox AF 135mm F1.8 LAB Vollformat-Objektiv für Nikon Z-Mount

Es gibt Unternehmen, die von Anfang an wissen, wohin sie wollen. Und es gibt Unternehmen, die sich ihren Weg ertasten – und dabei etwas Grosses erschaffen. Viltrox gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2007 in Shenzhen, als die Firma Shenzhen Jueying Technology gegründet wurde. Zwei Jahre später, 2009, war die Marke Viltrox geboren. Doch von Kameraobjektiven war damals noch keine Rede. Das Geschäft startete mit Taschenlampen, Blitzauslösern und Fernauslösern für Kameras – nützliche, aber wenig glamouröse Produkte. Praktische Helfer hinter den Kulissen, während andere die Bühne beherrschten.

Was folgte, war eine schrittweise Metamorphose. Das Sortiment erweiterte sich auf Objektivadapter, Videomonitore und Fotoleuchten – alles Produkte, die zeigten, dass Viltrox die Fotografie von Grund auf verstand. Das Unternehmen lernte, hörte dem Markt zu und wartete auf den richtigen Moment.

Dieser Moment kam im Jahr 2018. Viltrox wagte den Einstieg in die Objektivfertigung – das erste klassische Objektiv war ein manuell fokussierendes Portraitobjektiv zu einem Preis, der die Fotocommunity aufhorchen liess. Kurz darauf folgte eine Autofokus-Version für spiegellose Kameras – und Viltrox war plötzlich in aller Munde.

Gleichzeitig gründete Viltrox 2018 offiziell eine Marketingabteilung und begann, die Markenbekanntheit systematisch im In- und Ausland aufzubauen. Das war keine Selbstverständlichkeit für ein chinesisches Unternehmen dieser Grösse – es war ein Signal: Viltrox dachte langfristig.

Doch der Aufstieg verlief nicht ohne Gegenwind. 2022 kam es zum wohl dramatischsten Kapitel der Firmengeschichte. Ein namhafter Kamerahersteller stellte fest, dass Viltrox Autofokus-Objektive für dessen proprietären Bajonettanschluss herstellte – auf Basis von Reverse Engineering. Der Hersteller war überzeugt, dass diese Produkte eigene Patent- und Designrechte verletzten, und forderte das Unternehmen auf, alle entsprechenden Aktivitäten zu unterlassen. Viltrox kündigte daraufhin an, keinerlei entsprechende Informationen mehr auf der offiziellen Website zu veröffentlichen.

Die Niederlage hätte das Ende bedeuten können. Stattdessen wurde sie zum Wendepunkt. Viltrox verlagerte seinen Fokus auf offene Kamerasysteme und begann, in eine neue Liga aufzusteigen. Die Produktpalette wuchs nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe: Mit einer Pro-Serie und einer Laborserie bewies Viltrox, dass günstig und hochwertig kein Widerspruch sein muss.

Der nächste grosse Schritt folgte im September 2025. Viltrox gab seinen offiziellen Beitritt zu einem der bedeutendsten Kamera-Objektivstandards der Branche bekannt und wurde damit dessen zehntes Mitglied – an der Seite etablierter Grössen aus Japan und Deutschland. Für ein Unternehmen, das einst Blitzauslöser verkaufte, ist das eine bemerkenswerte Ansage.

Und die Ambitionen enden nicht dort. Viltrox arbeitet aktiv an Zoomobjektiven, und sein Entwicklungsteam kooperiert eng mit Partnern, um neue Objektive gemeinsam zu entwickeln. Gerüchte über eine eigene Kamera kursieren in der Community – das Unternehmen bezeichnet diese allerdings als reine Spekulation.

Was 2007 als kleiner Zubehörhersteller in Shenzhen begann, ist heute ein global anerkannter Objektivhersteller, der an einem Tisch mit den Grossen der Branche sitzt. Viltrox hat bewiesen: Wer geduldig beobachtet, mutig handelt und aus Niederlagen lernt, kann die Grossen der Branche herausfordern – und ihnen ebenbürtig werden.

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