Die Firma Ilford ist ein traditionsreicher Name in der Fotografie- und Imaging-Welt. Hier ein Überblick über die Firmengeschichte:


Anfänge

  • 1879: In Ilford (Essex, England) gründete Alfred Hugh Harman die Firma Britannia Works Company, die fotografische Platten herstellte.
  • Kurz danach wurde der Name in Ilford Limited geändert – benannt nach dem Standort.

Aufstieg in der Fotobranche

  • Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Ilford verschiedene fotografische Materialien und machte sich vor allem mit Schwarzweiss-Filmen und Fotopapieren einen Namen.
  • Besonders stark war Ilford in den Bereichen medizinische Fotografie, Wissenschaft und professionelle Fotografie vertreten.

20. Jahrhundert

  • 1940er–50er Jahre: Ilford brachte mehrere innovative Produkte auf den Markt, darunter den Ilford HP-Film (High Performance), der zu einem Klassiker der Reportagefotografie wurde.
  • 1969: Fusion mit Rank Organisation, Umbenennung in Ilford Limited (Rank Organisation).
  • 1989: Verkauf an die International Paper Company (USA).
  • 1997: Übernahme durch die Doughty Hanson & Co. (Private Equity).

Aufspaltung

  • Anfang der 2000er Jahre geriet Ilford in wirtschaftliche Schwierigkeiten durch den Einbruch des klassischen Fotofilm-Marktes.
  • 2004: Ilford wurde insolvent.
    • Die Schwarzweiss-Sparte in Großbritannien wurde von Harman Technology Ltd. übernommen (benannt nach dem Gründer). Produkte heißen seither Ilford Photo.
    • Die Inkjet-Sparte (digitale Papiere) in der Schweiz firmiert seitdem als Ilford Imaging Switzerland GmbH.

Heute

  • Ilford Photo / Harman Technology (mit Sitz in Mobberley, Cheshire, UK) ist einer der weltweit wichtigsten Hersteller für analoge Schwarzweiss-Filme, Papiere und Chemie.
  • Ilford Imaging (Schweiz) war auf Inkjet-Papiere spezialisiert, musste jedoch 2013 Konkurs anmelden. Teile der Technologie und Markenrechte wurden weiterverkauft.

Zusammengefasst:

  • Ilford steht historisch für Schwarzweiss-Fotografie, hochwertige Filme und Papiere.
  • Nach der Krise wurde die Marke aufgeteilt:
    • Ilford Photo (UK, analog, Harman Technology) – aktiv und stark im analogen Markt.
    • Ilford Imaging (Schweiz, Inkjet) – inzwischen nicht mehr in der urspruenglichen Form taetig.

Hier ist eine strukturierte Liste der wichtigsten Ilford-Filme, die sowohl historische Klassiker als auch aktuelle Produkte umfasst:

Nikon FM-2, 35-70mm, Ilford HP-5
Nikon FM-2, 35-70mm, Ilford HP-5 (Ascona, Switzerland)

Schwarzweiss-Negativfilme (aktuell & klassisch)

  • HP-Serie (High Performance)
    • HP3 (1950er–60er, sehr verbreitet)
    • HP4 / HP5 (seit 1976, klassischer Reportagefilm)
    • HP5 PLUS (ISO 400, heute Standard und weltweit beliebt)
  • FP-Serie (Fine grain Panchromatic)
    • FP3 / FP4 (seit den 1960ern, feinkörnig, mittlere Empfindlichkeit)
    • FP4 PLUS (ISO 125, sehr feinkörnig, heute im Programm)
  • Delta-Serie (moderne T-Kristall-Emulsionen)
    • Delta 100 Professional (feinstes Korn, hohe Detailauflösung)
    • Delta 400 Professional (Allrounder mit moderner Emulsion)
    • Delta 3200 Professional (extrem hochempfindlich, ideal für Low-Light und Konzertfotografie)
  • Pan-Serie
    • PAN F PLUS (ISO 50, ultrafeinkörnig, hoher Kontrast – sehr beliebt für Landschaft und Studio)
    • PAN 100 / 400 (häufig in Einsteigerkameras, preisgünstiger Film)
  • SFX 200
    • Spezieller panchromatischer Film mit erweiterter Rotempfindlichkeit, ermöglicht Infrarot-ähnliche Effekte mit passenden Filtern.

Schwarzweiss-Umkehrfilme (Dia/Slide)

  • Ilford XP1 / XP2 Super
    • Chromogener Schwarzweissfilm, wird im C-41 Farbprozess entwickelt.
    • Vorteil: Entwicklung im Standard-Farbprozess möglich, ideal für Minilabs.

Historische und besondere Filme (nicht mehr erhältlich)

  • Ilford HPS (Vorgänger von HP5, Reportagefilm mit hoher Empfindlichkeit)
  • Ilford XP1 (erste Version des chromogenen Films, 1980er)
  • Ilford Ortho (orthopanchromatisch, Spezialfilm für technische Anwendungen – heute teilweise wieder als limitierte Auflage erhältlich)
  • Ilford PAN F (ohne PLUS) – Originalversion aus den 1960ern
  • Ilford Infrared 50 (echter Infrarotfilm, in den 1980ern beliebt, heute nicht mehr produziert)

Die Ilford Filme waren für jeden Fotografen in den 70er, 80er, 90er Jahre unumgänglich. Ich weiss selber nicht wieviele Filme ich belichtet habe. Es mögen tausende gewesen sein. Ilford und Kodak waren meine städigen Begleiter.